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Amazon Go: So muss ein Supermarkt-Einkauf im 21. Jahrhundert aussehen!

Seit gefühlt 20 Jahren gibt es die Idee, den Supermarkt-Besuch bequemer zu machen, bei dem man nicht mehrfach anstehen muss oder seinen Einkauf nicht mehrfach in die Hand nehmen muss, erst aus dem Regal in den Einkaufswagen, dann vom Einkaufswagen auf das Kassenband und am Ende nochmals von der Kasse in seine Tasche.

Ich erinnere mich an Visionen über RFID- oder NFC-Chips, die in jedes Produkt eingebaut sind und am Ende des Supermarkt-Besuchs beim Durchfahren einer überdimensionierten Scanner-Schranke abgerechnet werden, ohne jedes Teil nochmals aus dem Einkaufswagen nehmen zu müssen.

Amazon hat nun seine Version des Supermarkt-Einkaufs vorgestellt: Amazon Go

Auf den ersten Blick sieht es aus wie die perfekte Lösung für das perfekte Supermarkt-Einkaufserlebnis! In Amazon Go Supermärkten wird durch eine Mischung aus zahlreichen Sensoren und Daten automatisch ermittelt, was sich der Käufer gerade aus dem Regal in seine Tasche gepackt hat. Danach einfach rausgehen, fertig. Der Betrag wird automatisch vom Konto abgebucht. Ohne Anstehen, ohne mehrfaches Artikel-Auspacken.

Meine Meinung: Genau so muss der Supermarkt-Einkauf im 21. Jahrhundert aussehen!
Man muss dazu sagen, noch befindet sich das Ganze im Test-Stadium, in einer Test-Filiale in Seattle. Aber wie wir Amazon kennen, werden sie nicht lange ruhen, um das Konzept auszurollen, sowohl in den USA, also auch in Europa.

Es tut mir ja ein bisschen Leid, aber da fragt man sich einmal mehr, warum schon wieder Amazon als Vorreiter kommen muss und große Supermarkt-Konzerne nicht selbst mutiger sind, Konzepte in diese Richtung auszuprobieren? Hat man sich auf dem vermeintlich sicheren Offline-Geschäft ausgeruht, weil da hoffentlich nicht so viel umgeworfen wird wie Online? Vielleicht täusche ich mich ja und es gibt bereits geheime Konzepte in der Schublade, die bereits im Hintergrund umgesetzt werden. Es ist aber leider wahrscheinlicher, dass nun wieder das große Gejammere gegen Amazon losgeht, quer durch alle Medien – anstatt sich an der eigenen Nase zu fassen und innovativer zu denken, mal etwas Neues ausprobieren. Laut Supermarktblog ist schon das höchste der Gefühle, dass es in Deutschland rund 25 Supermärkte mit Self-Scanning-Systemen gibt… Die Digitalisierung aller Alltagshandlungen wird aber leider nicht einfach so wieder aufhören.

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Wortfilter: Scheiße ist das geil: Amazon Go! Los her damit nach Deutschland! Jetzt! Sofort!

Digitale Transformation: Was Singapur und die OTTO Group gemeinsam haben

Im letzten Beitrag habe ich mich mit dem Bedrohungspotential der Digitalisierungswelle beschäftigt. Passend dazu drei Lese- bzw. Hör-Tipps, die zeigen, wie diese Herausforderung angegangen werden könnte. Offenbar gibt es kein Standard-Rezept, jeder benötigt eine individuell, für sich passende Strategie:

 

Singapur – Ein Staat erfindet sich neu

Sagenhafte 30 Milliarden Dollar investiert die Regierung direkt in die Digitalisierung der Wirtschaft. Das kleine Land will einer der entscheidenden Spieler in der Welt von morgen sein. Kann das funktionieren?
Schöner Einblick, wie große Herausforderungen in Singapur angegangen werden: Entschlossen mit Vollgas nach vorne. Vermutlich einer der Haupt-Faktoren, wie sich Singapur von einem kleinen Fischer-Dorf zu einer Weltmetropole und einem der reichsten Länder der Welt wandeln konnte.

zum Artikel bei wiwo.de »

 

Digitalisierung bei der OTTO Group: Interview mit Alexander Birken

Du Alex, wie läuft das mit der digitalen Transformation? Absolut hörenswertes Interview zwischen Alexander Graf (Kassenzone.de) und Alexander Birken (Konzernvorstand der OTTO Group) zu zahlreichen Aspekten, Vorgehensweisen und Problemen, die die Digitalisierung mit sich bringt und wie das Ganze innerhalb der OTTO Gruppe umgesetzt wird. Auch hier zeigt sich, es gibt keine OTTO-Gesamtlösung. Jedes Tochter-Unternehmen oder jede Abteilung hat ihre eigenen Herausforderungen und individuellen Strategien bzw. Ansätze. Hut ab, wie diese Vorgehensweise konsequent durch den gesamten Konzern gezogen wird – oder es zumindest versucht wird:

zum Artikel bei kassenzone.de »

 

Digitale Transformationsfähigkeit

Der Begriff der digitalen Transformation wird viel genutzt, aber selten genau erklärt. Karl Kratz zeigt in diesem Artikel, warum die Transformationsfähigkeit viel wichtiger ist und warum Responsivität deutlich mehr ist als nur eine mobile Website.

zum Artikel bei upload-magazin.de »

Digitalisierung: 75% der Unternehmen sehen digitale Startups als Bedrohung für das eigene Geschäft

Im „Look @ IT“ Blog der Wirtschaftswoche bin ich vor ein paar Tagen auf eine aktuelle Studie von Dell zum Thema Digitalisierung aufmerksam geworden:

Demnach wissen 42% der Entscheider in Deutschland nicht, wie ihre Branche in drei Jahren aussehen wird, 43% sorgen sich, dass ihre bestehenden Geschäftsmodelle in 3-5 Jahren überflüssig sein könnten und 75% der Entscheider sehen digitale Startups als Bedrohung für das eigene Geschäft.
Bereits 52% sehen sich mit neuen Wettbewerbern am Markt konfrontiert, deren Geschäftsmodell auf digitalen Technologien basiert, gleichzeitig geben 62% zu, dass die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen bereits weiter fortgeschritten sein sollte.
Für diese Studie wurden 4.000 Entscheider aus Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern aus 16 Ländern befragt. (Alle Ergebnisse am Ende dieses Artikels.)

Deutlicher können diese Zahlen fast nicht mehr aussehen! Die sogenannte „Digitalisierung“, „Digitale Revolution“ oder „Industrie 4.0“ – wie auch immer man es nennen mag – ist kein abstrakter Begriff mehr, für irgendein Ereignis dass in 10 oder 20 Jahren statt findet! Diese Daten beziehen sich auf die nächsten 3-5 Jahre! Die Revolution ist bereits in vollem Gange! Offenbar ist dieser Gedanke langsam auch in den Unternehmen angekommen. Ich bin sogar etwas überrascht, dass die Zahlen tatsächlich bereits so hoch sind, was vielleicht daran liegt, dass nur Unternehmen mit 250+ Mitarbeitern befragt wurden.

Was ist eigentlich „Digitalisierung“?

Unter Digitalisierung versteht man hierbei nicht einfach nur, dass ein Unternehmen nun eine Webseite betreibt oder dass ein stationärer Einzelhändler nun alle seine Produkte auch per Online-Shop anbietet. Es geht um nicht weniger als die grundsätzliche Umwälzung aller bestehenden Prozesse, Abläufe und Geschäftsmodelle.

Das betrifft jeden einzelnen Schritt der Wertschöpfungskette, vom Sourcing, Einkauf, Vertrieb, Marketing, Kommunikation, die Art welche Mitarbeiter wie zusammenarbeiten, welche Mitarbeiter mit welchen Skills und Mindset überhaupt noch benötigt werden, Dienstleistungen, Automatisierung von Abläufen und die Verknüpfung/ Zusammenarbeit von verschiedenen Maschinen, Stichwort Internet of Things, um nur ein paar Beispiele und Schlagworte zu nennen.
In manchen Branchen (Handel vs. E-Commerce, Musikindustrie vs. Musik-Downloads/ Streaming, etc.) ist der Wandel bereits weiter als in anderen, aber früher oder später wird es alle erwischen.

Diese Aufgabe ist selbstverständlich kein Selbstläufer und mit immensen Umwälzungen verbunden, die für jede Branche, aber auch jedes Unternehmen und jeden einzelnen Mitarbeiter anders aussieht. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Das bedeutet aber auch, dass dabei tatsächlich Einige auf der Strecke bleiben werden. Manche sind sogar der Meinung, dass man diese alten Strukturen garnicht umbauen kann, sondern man lieber direkt von Null an beginnt, komplett neue Wege aufzubauen. Kein Wunder also, dass sich viele davor fürchten bzw. sich solange wie möglich an den alten Strukturen festhalten und hoffen, „dass der Sturm der Digitalisierung an ihnen vorüberzieht“. Leider sieht es nicht danach aus.

Passend dazu schreibt die FAZ diese Woche, dass sich viele Deutsche von der Digitalisierung überfordert und abgehängt fühlen:

Ein Viertel der Deutschen steht im Abseits
Das Internet nutzen inzwischen zwar 79 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren, in der Gruppe der unter 50-Jährigen sogar fast alle. Allerdings stagniert der sogenannte Digitalindex der Gesamtbevölkerung bei 51 Punkten. Dieser Gradmesser setzt sich zusammen aus den Dimensionen Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit und wird auf einer Skala von einem bis 100 Punkten berechnet. Insbesondere in puncto digitale Kompetenz und Offenheit schneide die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr schlechter ab, resümieren die Studienautoren.

Quelle: FAZ

Es wird also höchste Zeit, dass sich hier etwas bewegt und der Standort Deutschland hier nicht den Anschluss verliert. Als Digital Native versuche ich, Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen, v.a. durch meine Erfahrungen im Bereich Online-Marketing und digitale Geschäftsmodelle. Ich möchte nicht behaupten, dass ich für die Digitalisierung eine Standard-Lösung wüsste und anbieten könnte. Aber dieses Thema wird uns alle betreffen und vermutlich eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahren…

Studie zur Digitalisierung

Studie zur Digitalisierung

Nachbericht: Venture Gates to eCommerce

Vergangenen Mittwoch fand wie angekündigt das Event Venture Gates to eCommerce statt, mit dem Titel „SHUT UP AND TAKE MY MONEY: Convert your visitors into customers!“

Wie erwähnt, hatte ich die Ehre, dieses Event zu moderieren und mit den vier Gästen Johann Romefort (Stylight), Oytun Sengul (Segmentify), Dr. Oliver Bohl (PAYBACK) und Aleksandar Jelic (Shoppingville) über Top Trends aus dem e-Commerce zu diskutieren. Wie ich finde, eine absolut gelungene Diskussions-Runde, bei der alle Teilnehmer tiefe Einblicke in zahlreiche Aspekte, Erfahrungen und Einschätzungen preisgegeben haben, und das aus verschiedensten Blickwinkeln mit jeweils unterschiedlichem persönlichen Background.

Alles in Allem also ein kurzweiliger und spannender Abend in entspannter Atmosphäre, nicht zuletzt bedingt durch die sehr coolen Räume von ABC Venture Gates. Hat Spaß gemacht! Ich denke, ein gelungener Kick-Off für die neu gestartete Event-Serie 🙂

Ein paar Impressionen des Abends:

Update – Nun auch mit Video:

Event-Tipp: SHUT UP AND TAKE MY MONEY: Convert your visitors into customers!

SHUT UP AND TAKE MY MONEY: Convert your visitors into customers!

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich zwar erst davon berichtet, dass ich nun hauptsächlich in Berlin bin, aber nichtsdestotrotz an dieser Stelle ein kleiner Event-Hinweis im schönen München:

Am Mittwoch, 2. November, organisiert ABC Venture Gates ab 19 Uhr ein e-Commerce Event unter dem Titel „SHUT UP AND TAKE MY MONEY: Convert your visitors into customers“. Bei dieser Podiumsdiskussion werden e-Commerce Experten aus verschiedensten Bereichen ihre Erfahrungen teilen, wie das User Engagement verbessert werden kann, wie Technologie die Zukunft des Online-Handels verändert und wie man eine einzigartige User Experience erschafft, die Besucher zufrieden stellt und dadurch den Umsatz steigert.

Folgende e-Commerce Experten werden auf der Bühne ihre Erfahrungen und Insights teilen: Johann Romefort, Serial Entrepreneur und Tech Evangelist bei Stylight, Oytun Sengul, Google UX Expert & Head of Growth bei Segmentify, Dr. Oliver Bohl, Head of Digital Business Development bei PAYBACK und Aleksandar Jelic, Gründer von Shoppingville. Ich habe die große Ehre, dieses Panel zu moderieren und durch den Abend zu führen und freue mich auf spannende Diskussionen!

Das Ganze findet statt in den Räumen von ABC Venture Gates am Konrad-Zuse-Platz München (Messestadt West). Eingeladen sind alle e-Commerce Interessierten, Unternehmer, Gründer, Startups und Investoren. Weitere Details und die kostenlose Registrierung zu diesem Event gibt es auf Facebook und Eventbrite. Dieses Event ist Teil einer neuen Event-Serie, bei der regelmäßig Panels und Speeches zu verschiedenen aktuellen Themen von ABC Venture Gates organisiert werden.

Zum Veranstalter: ABC Venture Gates ist Accelerator für internationale Startups in der Wachstumsphase, die eine Expansion auf den DACH-Markt planen. Der Standort in München ist der Deutsche Ableger der ABC Group mit weiteren Standorten im Silicon Valley, Ljubljana und Bangalore.

Wir sehen uns in München!