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Das deutsche Erfolgsrezept

Auf handelsblatt.com bin ich über den Artikel „Exportland Deutschland: Das deutsche Erfolgsrezept heißt Fleiß und Langeweile“ gestoßen. Der ausführliche Artikel lüftet das deutsche Geheimnis, um das uns alle beneiden. Trotz Wirschafts- und Finanzkrisen gelingt es Deutschland immer wieder, erneut auf die Erfolgsspur zu gelangen, während alle anderen immer noch mit Krisenmanagement beschäftigt sind.

Für unsere Old Economy und unsere Risikoaversion werden wir zwar oft belächelt, aber diese Eigenschaften in Kombination mit fleißigen und nachhaltig arbeitenden Familienunternehmen und einem politisch stabilen und verlässlichen Land (was heute auch nicht mehr selbstverständlich ist) scheinen sehr viel besser zu funktionieren, während viele andere ihre Industrie vernachlässigt haben und auf modernere Märkte wie Investment-Banking setzten.

Die Briten versuchen, das Geheimnis der Deutschen zu erkunden. Das Wirtschaftsmagazin „Economist“ titelte bereits vor Monaten „Angela in Wunderland“. Zwei Gründe machten die Autoren aus: Der Erfolg sei vor allem exportgetrieben. Und: Deutsche Unternehmen besetzten „unglamorous but profitable niches“. Damit meinen sie: Deutschlands Erfolg beruht auf grauen Werkzeugmaschinen, unverständlicher Elektrotechnik und langweiligen Chemieprodukten.

Das klingt zwar nicht sehr modern und spannend, ist aber sehr profitabel. Zwei Jahre nach der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten sind die deutschen Firmen so erfolgreich wie noch nie. Es scheint, als gelänge ihnen schlichtweg alles: Die Reanimierung des Heimatmarktes, die Eroberung des boomenden chinesischen Marktes und die Verteidigung der alten Märkte in Europa und Amerika. Das Exportvolumen hat längst die magische 1000-Milliarden-Euro-Grenze hinter sich gelassen.

Dabei ist Deutschland alles andere als ein Land ohne Innovationen und Erfindergeist. Das Land, das früher als „Land der Dichter und Denker“ galt, ist heute nach wie vor sehr innovativ und für große Teile wichtiger Patente und Technologien verantwortlich, was wir selbst offenbar gerne vergessen.

Einzig in der High-Tech Branche gilt Deutschland als „Land der Copycats“ oder „Clones“. Zugegeben, in den letzten Jahren gab es immer wieder Internet-Startups, die sehr dreist die Idee eines US-Vorbilds kopiert haben. Offenbar gelingt es den USA in diesem Bereich deutlich besser, neue Ideen zu generieren und erfolgreich umzusetzen. Meiner Meinung nach liegt dies an verschiedenen strutkurellen und grundsätzlichen Einstellungen, wie z.B. dann wieder die Risikofreudigkeit, unternehmerische Förderung schon während der Ausbildung oder dem sehr viel besser ausgeprägtem Venture Capital Markt, der das Ganze in kürzester Zeit mit Millionenbeträgen unterstützt. Dazu kommt, dass sich die meisten US-Startups anfangs offenbar etwas schwer tun, ihr Konzept schnell zu internationalisieren, bzw. dies aufgrund des großen US-Marktes vielleicht vernachlässigen und dadurch z.B. im europäischen Markt dieser Platz durch einen Klon gefüllt wird.

Andererseits gibt es auch in Deutschland im High Tech Bereich Innovationen! Der US-Markt mag uns vielleicht noch etwas voraus sein, aber auch wir haben unzählige innovative Startups und Unternehmen, die Ideen haben, die fleißig sind und die Welt verändern wollen. Leider bekommen diese nicht diese Beachtung, die sie verdient hätten. Noch nicht. Deutsche Ideen sind v.a. international anscheinend nicht sexy genug. Oder sie sind zu zurückhaltend. Oder sie besetzen „unglamorous niches“, um zum Anfang des Artikels zurück zu kommen. Aber ich bin davon überzeugt, dass das nicht immer so bleiben wird und dass wir uns mit unseren Ideen und Startups in Deutschland auf keinen Fall verstecken müssen!

Um aufgrund der aktuellen Diskussionen nicht missverstanden zu werden: Ich bin weder Pro noch Contra Copycats und ebenfalls der Meinung, dass trotzdem auch einiges an Innovation dazu gehört, eine Idee oder Geschäftsmodell aus dem US-Markt nach Europa zu bringen, anzupassen und auch wirklich erfolgreich umzusetzen. Abgesehen davon, dass hinter jeder Erfindung, Innovation oder Geschäftsmodell seit tausenden von Jahren die Weiterentwicklung und Verbesserung von vorhandenen Gegebenheiten steckt („Funktion statt Konvention„). Es geht mir mit diesem Artikel darum, aufzuzeigen, dass wir uns international nicht verstecken müssen (im Vergleich zu vielen europäischen Ländern ist z.B. Deutschland wiederum weit voraus) und auch „unsexy“ Branchen, für die wir belächelt werden, uns sehr erfolgreich machen können, wie am Anfang des Artikels gezeigt wird.

Nicht so bescheiden: Think big! Lasst uns gemeinsam mit unseren Ideen und Produkten die Welt verbessern!

Kommentare (1)

  1. Der Kieler - Antworten

    25. März 2012 at 12:22

    Sehr schön – vielen Dank ..!

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