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Digitalisierung: 75% der Unternehmen sehen digitale Startups als Bedrohung für das eigene Geschäft

Im „Look @ IT“ Blog der Wirtschaftswoche bin ich vor ein paar Tagen auf eine aktuelle Studie von Dell zum Thema Digitalisierung aufmerksam geworden:

Demnach wissen 42% der Entscheider in Deutschland nicht, wie ihre Branche in drei Jahren aussehen wird, 43% sorgen sich, dass ihre bestehenden Geschäftsmodelle in 3-5 Jahren überflüssig sein könnten und 75% der Entscheider sehen digitale Startups als Bedrohung für das eigene Geschäft.
Bereits 52% sehen sich mit neuen Wettbewerbern am Markt konfrontiert, deren Geschäftsmodell auf digitalen Technologien basiert, gleichzeitig geben 62% zu, dass die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen bereits weiter fortgeschritten sein sollte.
Für diese Studie wurden 4.000 Entscheider aus Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern aus 16 Ländern befragt. (Alle Ergebnisse am Ende dieses Artikels.)

Deutlicher können diese Zahlen fast nicht mehr aussehen! Die sogenannte „Digitalisierung“, „Digitale Revolution“ oder „Industrie 4.0“ – wie auch immer man es nennen mag – ist kein abstrakter Begriff mehr, für irgendein Ereignis dass in 10 oder 20 Jahren statt findet! Diese Daten beziehen sich auf die nächsten 3-5 Jahre! Die Revolution ist bereits in vollem Gange! Offenbar ist dieser Gedanke langsam auch in den Unternehmen angekommen. Ich bin sogar etwas überrascht, dass die Zahlen tatsächlich bereits so hoch sind, was vielleicht daran liegt, dass nur Unternehmen mit 250+ Mitarbeitern befragt wurden.

Was ist eigentlich „Digitalisierung“?

Unter Digitalisierung versteht man hierbei nicht einfach nur, dass ein Unternehmen nun eine Webseite betreibt oder dass ein stationärer Einzelhändler nun alle seine Produkte auch per Online-Shop anbietet. Es geht um nicht weniger als die grundsätzliche Umwälzung aller bestehenden Prozesse, Abläufe und Geschäftsmodelle.

Das betrifft jeden einzelnen Schritt der Wertschöpfungskette, vom Sourcing, Einkauf, Vertrieb, Marketing, Kommunikation, die Art welche Mitarbeiter wie zusammenarbeiten, welche Mitarbeiter mit welchen Skills und Mindset überhaupt noch benötigt werden, Dienstleistungen, Automatisierung von Abläufen und die Verknüpfung/ Zusammenarbeit von verschiedenen Maschinen, Stichwort Internet of Things, um nur ein paar Beispiele und Schlagworte zu nennen.
In manchen Branchen (Handel vs. E-Commerce, Musikindustrie vs. Musik-Downloads/ Streaming, etc.) ist der Wandel bereits weiter als in anderen, aber früher oder später wird es alle erwischen.

Diese Aufgabe ist selbstverständlich kein Selbstläufer und mit immensen Umwälzungen verbunden, die für jede Branche, aber auch jedes Unternehmen und jeden einzelnen Mitarbeiter anders aussieht. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Das bedeutet aber auch, dass dabei tatsächlich Einige auf der Strecke bleiben werden. Manche sind sogar der Meinung, dass man diese alten Strukturen garnicht umbauen kann, sondern man lieber direkt von Null an beginnt, komplett neue Wege aufzubauen. Kein Wunder also, dass sich viele davor fürchten bzw. sich solange wie möglich an den alten Strukturen festhalten und hoffen, „dass der Sturm der Digitalisierung an ihnen vorüberzieht“. Leider sieht es nicht danach aus.

Passend dazu schreibt die FAZ diese Woche, dass sich viele Deutsche von der Digitalisierung überfordert und abgehängt fühlen:

Ein Viertel der Deutschen steht im Abseits
Das Internet nutzen inzwischen zwar 79 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren, in der Gruppe der unter 50-Jährigen sogar fast alle. Allerdings stagniert der sogenannte Digitalindex der Gesamtbevölkerung bei 51 Punkten. Dieser Gradmesser setzt sich zusammen aus den Dimensionen Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit und wird auf einer Skala von einem bis 100 Punkten berechnet. Insbesondere in puncto digitale Kompetenz und Offenheit schneide die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr schlechter ab, resümieren die Studienautoren.

Quelle: FAZ

Es wird also höchste Zeit, dass sich hier etwas bewegt und der Standort Deutschland hier nicht den Anschluss verliert. Als Digital Native versuche ich, Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen, v.a. durch meine Erfahrungen im Bereich Online-Marketing und digitale Geschäftsmodelle. Ich möchte nicht behaupten, dass ich für die Digitalisierung eine Standard-Lösung wüsste und anbieten könnte. Aber dieses Thema wird uns alle betreffen und vermutlich eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahren…

Studie zur Digitalisierung

Studie zur Digitalisierung

Kommentare (1)

  1. […] letzten Beitrag habe ich mich mit dem Bedrohungspotential der Digitalisierungswelle beschäftigt. Passend dazu […]

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